Lesezeit: 4 Minuten

Buchinfo

Kein & Aber || Orig. Rich People Problems || 3/3 || 608 Seiten
Et.: 11.02.20 || Übersetzerinnen: Lisa Kögeböhn, Jenny Merling || 978-3-0369-5805-7
Möchtest du das Buch Kaufen?:
 

(Verlagstext, Achtung: Band 3: Spoilergefahr)
Nicks Großmutter und schwerreiches Familienoberhaupt Su Yi liegt im Sterben. Um sich von ihr zu verabschieden, reist er nach Singapur – zurück in die Welt der Superreichen, in der einem täglich die Schnürsenkel gebügelt werden, in der man seine Koi-Fische zum Schönheitschirurgen bringt und in der mit allen Mitteln um das ausstehende Milliardenerbe gekämpft wird.

Auch das dritte Cover der Reihe gefällt mir wieder sehr gut. Grün ist ja sowieso meine Farbe, aber ich mag es auch, wie die drei Bände zusammen im Regal aussehen, denn die Farben sind frisch und kräftig, aber nicht zu grell. Zum Motiv brauche ich wohl nichts weiter sagen, denn das ist wie immer ebenfalls wunderbar gelungen.

(Achtung: Dies ist eine Rezension zu einer Reihenfortsetzung. Ich versuche Spoiler zu Vorgängerbände zu vermeiden, kann aber nicht garantieren, dass es mir immer vollständig gelingt.)  

Es spricht eindeutig für eine Reihe, wenn ich sofort nach dem Beenden eines Bandes, den nächsten lesen muss und dafür sogar mein leeres Portmonee ignoriere und in die nächste Buchhandlung renne. So erging es mir mit dem letzten band der Crazy Rich Reihe.  Crazy Rich Girlfriend war gerade erst ausgelesen und schon musste ich das Finale haben., doch konnte das meine hohen Erwartungen erfüllen?

Die Aasgeier von Tyersall Park

Was passiert, wenn ein millionenschweres Familienoberhaupt im Sterben liegt? Genau, die Aasgeier kommen angeflogen und der Kampf beginnt. Nicht anders läuft es auch in diesem Finale der Crazy Rich Reihe, denn während Nick sich nur mit seiner Großmutter aussöhnen möchte, bevor es zu spät ist, schielt seine Verwandtschaft, allen voran Edie schon mit beiden Augen auf das Erbe.
Normalerweise bin ich kein großer Fan von familiären Intrigen und Machtspielchen, doch hier hat mich der “Kampf ums Erbe” tatsächlich sehr gut unterhalten können. Das liegt zu einem daran, dass man die Charaktere mittlerweile gut kennt. Als Auftaktband hätte dieses Gerangel wohl nicht funktioniert, doch nun nachdem man als Leser schon zwei Bände in dieser verrückten Welt der Superreichen verbracht hat, kennt man seine Pappenheimer und fiebert daher umso mehr mit. Auch beweist Kevin Kwan schon seit Band eins ein großartiges Talent bei der Ausarbeitung seiner Charaktere. Es gelingt ihm mühelos Herzenscharaktere wie Astrid, Rachel oder Nick zu erschaffen, ebenso aber auch absolute Hasscharaktere wie Michael oder Eddie. Dadurch durchlebt man als Leser eine regelrechte Achterbahn der Gefühle und auch wenn ich häufig Eddie oder Michael am liebsten angebrüllt oder eine geklatscht hätte, finde ich es immer lobenswert, wenn ein Buch es schafft so heftige Emotionen bei mir auszulösen, selbst wenn es negative sind, zeigt es doch, wie sehr man mitfiebert.

Ein weiterer Punkt, der mir an dieser Storyline gefallen hat, sind die zahlreichen Aufdeckungen, denn die Grand Dame Su Yi hat noch das ein oder andere Geheimnis in petto, von dem ihre Familie nichts weiß. Im Laufe der Handlung werden daher einige Geheimnisse aufgedeckt, manche davon führen uns sogar tief in die Geschichte Singapurs, was ich wahnsinnig interessant fand.

Etwas mehr Rachel & Nick und weniger Kitty wäre schön gewesen

Doch das Drama um das Millionenerbe ist nicht der einzige Handlungsstrang in Crazy Rich Problems. Wie auch schon im Vorgänger begleiten wir auch wieder Astrid, deren Scheidung sich mittlerweile zu einem richtig dreckigen Rosenkrieg ausgeweitet hat. Sie ist mit Sicherheit die tragischste Figur in dieser Reihe, gleichzeitig aber auch ein der herzlichsten, sodass man ihr einfach nur alles Glück und Gute wünscht und die ganze Zeit hofft, dass sie es irgendwie noch zu einem glücklichen Ende schafft.
Als dritten Handlungsstrang hätten wir dann weiterhin Kitty und ihren Wunsch endlich von den Elitären akzeptiert zu werden. Fand ich Kittys Handlungsstrang im Vorgänger noch ganz amüsant, wurde sich ihr hier ein klein wenig überdrüssig, da sich Einiges in meinen Augen wiederholt. Tatsächlich hätte ich stattdessen lieber noch mehr von Rachel und Nick gelesen, die für meinen Geschmack etwas zu kurz kamen. Das ist zwar alles immer noch Meckern auf hohem Niveau, führte aber letztendlich zu dem einen Punkt Abzug in meiner Wertung.

Das Ende wiederum hat mir gut gefallen. Es hätte noch etwas detaillierter und länger sein können, die Art, wie alles am Ende jedoch aufgelöst wurde mochte ich aber sehr. Es mag vielleicht etwas idealistisch sein, aber wenn man so an den Charakteren hängt, mit ihnen leidet, lacht und zittert, dann will man auch ein glückliches Ende, basta.

 

Zwar kommt Crazy Rich Problems für mich nicht ganz an seine beiden Vorgänger heran, es ist aber trotzdem ein gelungener und würdiger Abschluss dieser Reihe, die ich jedem nur ans Herz legen kann und ich bin jetzt wirklich ziemlich traurig, dass es vorbei ist. Ich hätte noch locker drei weitere Bände in der schillernden Welt der Superreichen verbringen können.