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Buchinfo

Cross Cult || Orig. The Rise of Kyoshi || 1/2 || 450 Seiten
Et.: 02.12.19 || Übersetzer: Bernd Sambale || 978-3-86425-861-9
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(Verlagstext)
Kyoshi, der am längsten lebende Avatar in der Geschichte dieser geliebten Welt, gründete die tapferen und respektierten Kyoshi-Krieger, rief aber auch den geheimnisvollen Dai Li ins Leben, der zu Korruption und Niedergang ihrer eigenen Nation führte.
Der erste der beiden Romane über den Avatar Kyoshi zeichnet ihre Reise vom Mädchen aus einfachen Verhältnissen zur gnadenlosen Verfolgerin der Gerechtigkeit nach, die noch Jahrhunderte nachdem sie zum Avatar wurde, gefürchtet und bewundert wird.

Ich liebe es! Kyoshi sieht einfach so Badass auf dem Cover aus, ich kann mich gar nicht satt sehen. Gut, sie ist hier etwas älter, als in ihrem Buch, aber whatever. Das Buch ist jedenfalls ein Hingucker in meinem Regal. Schön sind auch die Illustrationen im Buch, mit weiteren Coverentwürfen. Zwar nur in schwarz weiß, aber trotzdem schön anzusehen.

Miss Pageturner Rezension Überschrift Meine Meinung zum Buch.
Im November hatte ich euch ja bereits den Comicband Das Versprechen der Avatarreihe vorgestellt, nun kann ich euch auch einen Avatar Roman präsentieren. Als Avatarfan freue ich mich natürlich immer, wenn das Universum weiter ergänzt und somit habe ich mich sehr auf die Hintergrundgeschichte zu Kyoshi gefreut
 

Kyoshi und das Avataruniversum

Romane, ganz gleich ob Prequels, Sequels oder Zusatzstorys zu beliebten Serien, sind ja immer so eine Sache. Gerade wenn, wie im Fall von Avatar die Fernsehserie bereits mit mehrere Staffeln abgeschlossen ist, sind die Erwartungen der Fans riesig. Das Serienuniversum ist bereits etabliert und das von Avatar ist noch dazu eines der größten, das ich kenne. Das bieten dem Autor natürlich auf der einen Seite viele Ansätze für Ergänzungen, auf der anderen Seite, die Gefahr, dass Dinge sich nicht in das Original einfügen.
 
Im Falle von Kyoshis Aufstieg dürfen Serienfans aber aufatmen. Denn es fügt sich ganz wunderbar ins Serienuniversum ein. Eine kluge Entscheidung war mit Sicherheit, eine Figur näher zu beleuchten, die gut 200 Jahre vor den Ereignissen aus der Serie lebte. Damit gibt es nicht so viele Konfliktmöglichkeiten mit der Serie und mehr Raum für eigene Interpretationen. Dennoch verknüpft der Autor bekannte Elemente in seine Story, sodass sie sich wirklich gut in das große Ganze einfügt.
 

Auch für Avatar Neulinge geeignet?

Nun stellen sich vielleicht einige von euch, die die Avatar Serie noch nicht gesehen haben die Frage, ob das Buch auch für sie geeignet ist. Ehrlich gesagt, finde ich es schwierig das zu beantworten, da ich selbst ja nun mal nur die Perspektive eines langjährigen Fans, der die Serie in- und auswendig kennt, habe. Wenn ich jedoch versuche, das Ganze objektiver zu betrachten, glaube ich, dass ohne Serienwissen, das Buch kaum Spaß macht. Die Dynamiken in dieser Welt, die Beziehung der Nationen und Figuren, ihre Aufgaben und Wünsche etc.  sind aus dem Buch allein, nur schwer zu ergreifen. Man merkt schon deutlich, dass der Autor an die Serienfans schreibt, denn er hält sich nicht mit vielen Erklärungen von Dingen auf, die aus der Serie bereits bekannt sind. Ich kann also nur dringend raten, sich zuerst die Serie anzuschauen (Die Legende von Aang reicht Korra ist zum Verständnis nicht nötig).

 

Der Aufstieg einer Legende

Nun aber noch ein paar Worte zur Handlung. Aus der Serie kennen wir Avatar Kyoshi als respekteinflößende und für Gerechtigkeit kämpfende Legende, von der man sich auch 200 Jahre später noch voller Ehrfurcht erzählt. Dass es jedoch bis dahin ein weiter Weg wird, wird schon auf den ersten Seiten des Buches klar, denn am Anfang ist Kyoshi eine schüchterne Dienstbotin ohne viel Selbstvertrauen und mit nur mickrigen Bänderfähigkeiten und noch dazu ist alle Welt davon überzeugt, dass ihr bester Freund Yun der wahre neue Avatar ist.
Wir haben hier also schon eine sehr interessante Ausgangssituation: Ein Avatar, von dem niemand weiß, dass er einer ist, da ein Andere dafür gehalten wird. Durch diese Ausgangslage ist die Spannung schon sehr früh im Buch da, wenngleich das Tempo zunächst gemächlicher ist. Ab einem Wendepunkt steigt dieses jedoch rasant an, vielleicht sogar etwas zu rasant, was mein einziger Kritikpunkt am Buch wäre, denn ich hätte mir durchaus noch etwas mehr Zeit gewünscht um Kyoshis neue Freunde und ihr Avatartraining zu verfolgen. 
 
Das neue Team Avatar fand ich dafür sehr amüsant. Insgesamt ist der Ton in diesem Buch etwas rauer, erwachsener und auch brutale, als die Serie, trotzdem mangelt es dem Buch auch nicht an Humor, wenngleich etwas weniger Situationskomik wie in der Serien, sondern mehr aus den Dialogen heraus. Ohnehin sind die Charaktere eine stärke des Buches, da  sie alle Ecken und Kanten haben, allen voran Kyoshi selber. Das macht die Figur des Avatar Kyoshi deutlich menschlicher, als das übergroße Legendenbild, das man aus der Serie kennt und ich freue mich sehr darauf, ihren weiteren Weg im zweiten Band zu verfolgen.
Miss Pageturner Rezension Überschrift Fazit zum Buch.

Um das Buch wirklich genießen zu können, sollte man Kenner der Serie sein. Serienfans werden dann dafür mit einem spannenden Roman belohnt, der sich sehr schlüssig in das Serienuniversum einfügt, die Welt ergänzt und sehr emotional den Weg eines schüchternen Mädchens zu einer starken jungen Frau erzählt.

Miss Pageturner Rezension Überschrift Andere Meinungen zum Buch.