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Buchinfo

Fischer Tor || Orig. Darkdawn || 3/3 || 784 Seiten
Et.: 29.01.20 || Übersetzer: Kirsten Borchardt || 978-3-596-70358-6
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(Verlagstext, Achtung, Band 3, Spoilergefahr zu den Vorgängern)
Die Großen Spiele enden mit dem kühnsten Mord in der Geschichte der itreyanischen Republik – nur leider erwischt es den falschen. Der Konsul Julius Scaeva überlebt das Attentat, und seine Macht im Staat ist nun beinahe grenzenlos. Genauso wie sein Hass auf Mia Corvere. Gejagt von den Assassinen der Roten Kirche und den Soldaten der itreyanischen Republik bricht Mia zu ihrer letzten großen Reise auf, um das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften und herauszufinden, wie sie Scaeva besiegen kann. Doch sie muss sich beeilen, denn das nächste Wahrdunkel naht, und Nacht fällt über die Republik.

Wie immer ist das deutsche Cover, welches auch das Original ist ein absoluter Trau. Es ist großartig, dass die Illustrationen direkt für die Bücher angefertigt wurden und daher haargenau mit der Beschreibung aus dem Buch übereinstimmen. Mia sieht einfach nur absolut Badass aus, ich liebe es!!! Die UK Version ist aber auch ganz toll, man entdeckt ständig neue Details.

Aber eine Sache wäre da: Lieber Fischer Tor Verlag: Ich bin wirklich schwer enttäuscht, dass der Seitenschnitt nicht schwarz ist. Ich mein, alle Cover sind in den Farben Schwarz, Weiß, Rot gehalten. Der erste Schnitt war rot, der zweite weiß, es wäre also ein MUSS gewesen, dass der dritte konsequenterweise  schwarz wäre. Sehr schade, dass dieses Konzept aufgelöst wurde.

Die Coverillustration der Deutschen/US Version stammt von Jason Chan die wundervollen Karten übrigens von Virginia Allyn, die auch schon Karten für Den schwarzen Thron oder Rat der Neun gezeichnet hat

(Achtung: Dies ist eine Rezension zu einer Reihenfortsetzung. Ich versuche Spoiler zu Vorgängerbände zu vermeiden, kann aber nicht garantieren, dass es mir immer vollständig gelingt. Das Fazit kann jedoch immer gefahrlos gelesen werden)  

 
Beinahe ehrfürchtig hielt ich diesen dritten Band in den Händen. Blut, Schweiß, Tränen und eine ganze Menge an Schimpfwörtern hat es Mia und den Leser gekostet, um an diesen Punkt zu gelangen. Ich war nervös, denn ich wollte wissen, wie es weiter geht, möchte aber auch nicht, dass es endet. Und so schlug ich hin- und hergerissen die erste Seite auf und verlor mich ein letztes Mal in den Schatten …
 

Wenn überall Blut ist, ist Blut das Einzige

Der zweite Band der Nevernight Saga ließ uns ja völlig perplex zurück, wofür sich der Erzähler auch höflich entschuldigt. Gleich mit den ersten Seiten, ja schon mit dem Dramatis Personae war ich wieder komplett zurück in Mias Welt. (Für alle, die sich nicht so gut erinnern, bietet ebenjenes Dramatis Personae den perfekten Rückblick, da die wichtigen Ereignisse zu jeder Person kurz nochmal genannt werden)
Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich Kristoffs Schreibstil in dieser Reihe verehre. Das ist nicht einfach nur eine Erzählung. Nein, das ist wortgewaltige Kunst, die ihresgleichen sucht.
 
Und dann gelingt es dem Autor auch noch, selbst im dritten Band eine Fülle an Neues einzubringen. Sei es ein Piratenabenteuer oder die komplizierte Beziehung Mias zu ihrem Bruder. Gerade letzteres fand ich sehr gut gemacht. Überhaupt ist Mias innere Gefühlswelt wieder wunderbar eindringlich, aber auch zwiespältig. Nichts und Niemand in diesem Buch ist schwarz oder weiß, es gibt keine Helden, nur Menschen und dazwischen jede Menge Blut. Leider werden wir lieb gewordene Charaktere verlieren, ich verrate natürlich nicht wen, aber jeder einzelne brach mein Herz.
 
 

Die Vielen waren eins. Und werden es wieder sein

Neben Mias Racheplänen, deckt das Buch auch viele offene Fragen auf z.B. Wer und was die Dunkelinn sind oder wer der geheimnisvolle Erzähler des Buches ist. Ich kann selbstverständlich auch an dieser Stelle nichts verraten, aber so viel sei gesagt: Letzteres war ein Geniestreich. Der Autor durchbricht damit die vierte Wand und nimmt sich selbst auch noch durch die Handlung weg selbst mit einer Portion Ironie aufs Korn. Das war einfach nur herrlich.
 
Letztendlich kann ich nur sagen, dass ich auch in diesem letzten Band, jede einzelne Seite genossen habe. Selten hat mich in den letzten 5 Jahren eine Reihe so sehr begeistert, so mitgerissen wie Jay Kristoffs Nevernight. 

Es ist vorbei. Mein Herz ist erfüllt von Glück, weil das Finale, wie alle Bände dieser Reihe so unheimlich gut war. Mein Herz ist gebrochen, weil es vorbei ist. Diese Reihe und Mias sind einfach Teil meines Herzens geworden und werden es immer bleiben. Und daher edle Freunde rate ich euch: Lest es einfach selbst und verliert euch in den Schatten!

Ab 16, aufgrund von expliziten Gewalt- und Sexdarstellungen