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Buchinfo

Penhaligon || Orig. Between || Einzelband || 416 Seiten
Et.: 09.01.12 || Übersetzer: Andreas Kasprzak || 978-3-7645-3069-3
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(Verlagstext)
Tote Mädchen hört man nicht! 
Ihr 18. Geburtstag sollte der Anfang von etwas Neuem sein. Doch er war das Ende von allem… Nach einer durchfeierten Nacht auf der Jacht ihrer Eltern wird Liz Valchar von einem merkwürdigen Geräusch geweckt. Irgendetwas schlägt beständig gegen die äußere Bootshülle. Liz entdeckt eine Gestalt im Wasser … und erkennt voller Entsetzen, dass sie auf ihren eigenen leblosen Körper hinabblickt. Und obwohl Liz nun tot ist, ist sie immer noch da – auch wenn niemand sie mehr sehen kann. Während die junge Frau zu verstehen versucht, warum sie sterben musste, wird ihr allmählich klar, dass ihr ganzes Leben eine Lüge war. All jene, die sie geliebt hat, verbargen dunkle Geheimnisse vor ihr. Doch auch Liz selbst war nicht so perfekt, wie sie stets glauben wollte. Und längst nicht so unschuldig …

Hier gehen die Covergestalter ja sehr unterschiedlich an die Thematik heran. Während das deutsche Cover auf Ruhe und Mystik setzt, wirkt das Original eher wie ein Horrorroman. Mir gefällt der „mystische“ Ansatz mit der Blume und dem „Licht am Ende des Tunnels“ besser. Es ist nichts Aufregendes, aber es passt,wie ich finde, besser zur Geschichte, als der Horroransatz, denn klar Liz ist Tod und sowas wie ein Geist, aber es geht ja eher um das Drama ihres Lebens und nicht darum wie sie herumspukt. Außerdem wirkt das Englische auf mich total abgekupfert vom Film „In meinem Himmel“

Dieses Buch hatte ich mir mal auf gut Glück in der Bibliothek ausgeliehen und ich weiß noch, dass es mir damals gut gefallen hat. Als ich es jetzt in einem Wühltisch entdeckte musste es daher mit und erneut gelesen werden und es gefällt mir immer noch.

 

Vom Leben und Sterben einer Highschool Queen

Elisabeth Valchar ist wunderschön, reich, beliebt… und tot! Sie erinnert sich zunächst an fast gar nichts, doch im Laufe der Zeit taucht sie immer wieder in Flashbacks ein und erfährt mehr von ihrem Leben. Schnell wird klar: Elisabeth war oft ein absolutes Miststück. Sie war die Königin der Highschool, arrogant und oberflächlich und ihr sogenannter Freundeskreis war auch nicht viel besser. Einen solchen Menschen als Protagonistin zu haben ist gar nicht so einfach und eine Balance auf dem Drahtseil, denn auf der einen Seite muss man ihre Persönlichkeit ungeschont wiedergeben, auf der anderen Seite muss der Leser der Protagonistin dennoch eine gewisse Sympathie entgegenbringen, sonst landet das Buch in der nächsten Ecke. In diesem Fall gelingt er Autorin dieser Drahtseilakt ganz hervorragend. Ja Liz ist eine Zicke, aber mit jedem Flashback wird ihre Persönlichkeit komplexer. Jede weitere Erinnerung zeigt das bewegende Drama eines Mädchens, dass schon vor dem plötzlichen Tod geradewegs auf den Abgrund zusteuerte, ein Mädchen, dass die Kontrolle über ihr Leben verliert.
 
Mir hat es sehr gut gefallen wie sich das zum Teil sehr traurige Gesamtbild von Liz Leben Stück für Stück enthüllt. Genau wie Elisabeth selber setz man das Puzzle zusammen, immer ein Teil nach dem nächsten und das Gesamtbild enthüllt sich erst nach und nach. Ob einem das Resultat nun am Ende gefällt oder nicht, die Art wie uns die AUtorin durch dieses Rätsel um Liz Leben führt ist wirklich gut gemacht. Auch Alex Geheimnisse werden gut mit eingeflochten.
Ebenso gut gefallen hat mir die Entwicklung der Beziehung zwischen Alex und Liz, die ganz ohne Romantik, Kitsch oder Dreiecksbeziehungen auskommt und doch eine stete Entwicklung zeigt. Auch die Nebencharaktere erhalten im Laufe der Handlung immer mehr Persönlichkeit (natürlich manche mehr als andere, aber das ist ja auch normal)
 
Ein Dreieck Abzug gibt es allerdings für ein paar wenige Szenen und Erinnerungen, die meiner Meinung nach nicht wirklich nötig gewesen wären. Sie behindern den Lesefluss zwar nicht außerordentlich, da die Fragen „Warum mussten Liz und Alex sterben“ oder „Was waren die Geheimnisse in Liz Leben“ so spannend sind, dass sie einen vorantreiben. Dennoch behaupte ich, dass das Buch noch packender gewesen wäre, wenn es an der ein oder anderen Stelle gekürzt worden wäre.

Trotz ein, zwei überflüssigen Szenen, ist dieses Buch ein berührender und nachdenklich machender Roman über den Tod und die Schwierigkeiten des Lebens, der sehr gut beleuchtet, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und auch Highschool Königinnen oft nur eine Maske tragen.