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Buchinfo

Heyne fliegt || Orig. The Last Namsara || 1/3 || 416 Seiten
Et.: 02.10.17 || Übersetzerin: Astrid Finke || 978-3-453-27123-4
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(Verlagstext)
Als kleines Kind lockte Asha einst Kozu herbei, den mächtigsten aller Drachen. Er gab vor, ihr Freund zu sein, doch dann flog er auf und vernichtete mit seinen mörderischen Flammen Ashas Heimatstadt. Um die unverzeihliche Schuld, die sie damit auf sich geladen hat, zu sühnen, ist sie eine Iskari geworden, eine Drachentöterin – die beste und mutigste. Doch ihre größte Prüfung steht noch bevor. Denn ihr Vater, der König, stellt ihr ein schreckliches Ultimatum. Entweder befreit sie das Land endgültig von Kozu – oder sie muss den ihr verhassten Jarek heiraten. Aber Kozu ist unbesiegbar, der Kampf mit ihm selbst für eine Iskari viel zu schwer. Doch Asha ist nicht allein, denn plötzlich stellt sich jemand an ihre Seite. Jemand, der sie noch nicht einmal ansehen dürfte: Torwin, der geheimnisvolle Sklave Jareks …

Normalerweise mache ich ja kein Vergleich, wenn das Original Cover übernommen wurde, aber hier wollte ich es trotzdem machen, denn fällt euch etwas auf? Genau, der Dolch. Während wir im original einen wunderschönen verzierten und strahlenden Dolch bewundern können, der wunderbar zum Setting des Buches passt, piekst sich die deutsche Iskari mit einem Küchenmesser in die Nase. Mit den fehlenden Verzierungen könnte ich ja noch gut umgehen, da Asha ein eher pragmatischer Mensch ist, aber von der Form her ist es ganz klar kein Jagd- auch kein Kampf- sondern eindeutig ein Küchenmesser und das wirkt auf mich ein wenig albern. Zugegeben, auch mit Küchenmesser ist es eins der besten Cover dieses Jahr, wie ich finde. Aber auch erwähnenswert ist das niederländische Cover. Die haben nämlich kurzerhand ihr eigenes Ding gemacht und treffen Asha mit ihrer Illustration genau. Auch die Landschafft passt genau. Herrlich und es kommt noch besser, denn innerhalb des Schutzumschlages versteckt sich dieses hammer Badass Poster

Auf Iskari habe ich mich schon einige Zeit vor Erscheinen sehr gefreut. Der Klapptext klang nach Drachen, starken Frauen und viel Spannung und als dann die zahlreichen begeisterten Rezensionen eintrudelten, wuchs meine Vorfreude noch mehr. Vielleicht etwas zu sehr.
 

Es funkte nicht sofort

Vielleicht lag es an dieser Vorfreude, an meinen hohen Erwartungen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich zunächst mit Asha und ihrer Welt noch nicht viel anfangen konnte. Vielleicht war es aber auch irgendetwas anderes. Fakt ist: Ich brauchte ein klein wenig um in das Buch reinzukommen. Während der ersten 50 Seiten hatte ich das Buch immer mal wieder zur Seite gelegt, um was anderes zu machen. (zocken, backen, Weihnachtskram naschen, was eine Miss Page Turner in ihrer Freizeit halt so tut). Aber immerhin: nach diesen 50 Seiten war ich dann so in der Geschichte vertieft, dass ich das Buch in einem Ruck durchgelesen habe.
 
 

 

Eine wunderschöne Liebesbeziehung

Nachdem ich mich an Asha und ihren zutiefst verwurzelten Selbsthass gewöhnt hatte, konnte ich mich endlich fallen lassen und habe sie auch im Laufe der Handlung sehr zu schätzen gelernt. Ich mochte ihre Sturheit und ihren Kampfgeist. Es hat mir auch sehr gut gefallen, dass sie Zeit braucht um von ihren alten Denkweisen loszukommen. Was man sein Leben lang eingetrichtert bekommt, vergisst man nicht so leicht, daher ist es nur realistisch, dass man hin und wieder in alte Denkmuster verfällt. Diese authentische Charakterentwicklung mochte ich sehr.
 

Auch Torwin hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er bei den Dialogen mit Asha vielleicht ein klitzeklein wenig zu schnell einlenkt hat. Nichtsdestotrotz waren die Unterhaltungen und Auseinandersetzungen zwischen den Beiden sehr unterhaltsam. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, sondern eine Beziehung die sich in einem sehr angenehmen Tempo entwickelt. Gewürzt mit etwas Zwist und Kabbeleien. Seit langem mal wieder eine Liebesbeziehung bei der ich beim Lesen Herzklopfen hatte. Schön.

 

Langweilige Antagonisten

Was mir leider nicht so gefallen hat, waren die Antagonisten. Zwar hat es mich überrascht, wer sich letztendlich als Widersacher, neben dem Offensichtlichen erwiesen hat, aber Beiden fehlte jegliche Raffinesse. Es sind einfach zwei abgrundtief böse Menschen und daher tun sie halt auch böse Dinge. Das war mir ehrlich gesagt zu plump und einfach. Wäre nicht der interessante Twist in Ashas Charakterzeichnung gewesen, wäre das Buch ein klassischer schwarz/weiß, gut gegen böse Fantasyroman geworden. So ist zwar immerhin die „gute“ Seite ausgewogener, doch die “Bösen” sind leider absolut flach und langweilig. Schade.
 
 

Zwar blieb Iskari etwas hinter meinen Erwartungen zurück, was an einen holprigen Start und flachen Antagonisten lag, dennoch bietet das Buch Einiges an Spannung und eine wunderschöne Liebesbeziehung, sodass ich die Reihe mit Sicherheit weiter verfolgen werde und auch eine klare Leseempfehlung aussprechen kann.