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Buchinfo

Knaur || Orig. The Last Magician || 1/3 || 576 Seiten
Et.: 02.09.19 || Übersetzerin: Michelle Gyo || 978-3-426-52367-4
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(Verlagstext)
Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen zwei Fraktionen von Magiern: Während die einen sich dem mächtigen Orden Ortus Aurea angeschlossen haben, fristen die anderen ein Schatten-Dasein im Untergrund. Zu ihnen gehört die junge Diebin Esta, die von ihrem Mentor ins New York des Jahres 1901 geschickt wird, um ein Buch zu stehlen, das als Waffe gegen den Orden dienen soll. Esta schließt sich einer Gang von Magiern an, die wie sie den Orden bekämpfen. Sie gewinnt deren Vertrauen und mehr – und weiß doch, dass sie jeden in der Vergangenheit betrügen muss, wenn sie die Zukunft retten will.

Seit längerer Zeit mal wieder ein Sieg für das deutsche Cover. Wie ihr sehen könnt, wurde der doppelte Ouroboros vom Original übernommen, die restliche Gestaltung gefällt mir aber beim deutschen besser. Ich liebe die Umrandung im Art Deco Stil. Ein absolutes Highlight ist die Glanzfolie. Die im Licht zwischen Gold und regegenbogenfarbend wechselt. Das Original ist natürlich auch nicht schlecht, aber so ähnliche Cover habe ich, gerade im englischsprachigen Raum schon zu Hauf gesehen.

Dieses Buch habe ich schon ein paar mal mit begeisterten Stimmen in der englischen Buchcommunty gesehen und habe mich daher sehr gefreut, als ich die deutsche Übersetzung erblickte, die ist dann auch gleich auf der Wunschliste gelandet. Ob es mir ebenso gut gefiel wie unseren Kollegen in Übersee, erzähle ich euch jetzt.

 

Bowler Hüte, Gangster und Theaterbühnen

Das erste Highlight der Geschichte, ist der Schauplatz. Lisa Maxwell entführt den Leser in das New York des Jahres 1901, genauer gesagt nach Manhattan. Das Herz der Metropole ist zu dieser Zeit eine Welt voller Wiedersprüche. Im Lichte der Gaslaternen reiht sich die Supreme der New Yorker High Class Gesellschaft neben Armutsviertel, die vor allem von Emigranten der großen Einwanderungswelle bevölkert wird… und Magiern. Diese wurden nämlich von dem Orden des Ortus Aurea durch eine magische Barriere festgesetzt und können die Insel nicht verlassen. So wird die Downtown von Manhattan von Gangs bestimmt, deren Bosse häufig mehr sind, als sie zu sein scheinen.

Die Autorin hat sich offensichtlich ausgiebig mit dem News York um die Jahrhundertwende beschäftigt und erweckt gekonnt die Insel voller Widersprüche zum Leben. Ob die rauen Gassen und Spelunken der Gangsterbosse, oder die schillernde Theaterbühne, alles wirkt wunderbar ausgearbeitet und die Atmosphäre zieht den Leser tief in ihren Sog.

 

Weder schwarz noch weiß

Auch bei ihren Figuren beweist die Autorin ein geschicktes Händchen. Neben Protagonistin Esta, die vor allem durch ihre Gewitztheit, aber auch Übermut auffällt, reihen sich eine ganze Handvoll weiterer interessanter Figuren. Nicht alle sind sympathisch, bei weitem nicht, aber sie alle fügen sich sehr authentisch in die historische Kulisse ein. Zudem verfolgt im Grunde jeder seine eigenen Interessen, was dazu führt, dass man sich als Leser nie sicher sein kann, wer was im Schilde führt oder wer wen zu verraten plant. Es ist ein Katz und Maus Spiel, dass eine ganze Stadt umspannt. Gut gelungen fand ich auch, dass sich Zusammenhänge und die Relevanz einzelne Personen erst Stück für Stück offenbarten. Mein einziger Kritikpunkt ist das Alter der Personen. Selbst unter Berücksichtigung der damaligen Gegebenheiten, verhalten sie sich doch alle deutlich älter und nicht dem Teenager Alter, in dem sich die meisten befinden, entsprechend., das fällt besonders bei Esta auf, die um die 17 sein müsste, sich aber wie um die 25 verhält.

 

Die Spannungskurve mehr eine Berg- und Talfahrt

Bei all der tollen Atmosphäre und den gelungenen Figuren, kommen ich leider dennoch nicht umhin, Kritik an der Handlung anzubringen. Diese ist in 4 Teile eingeteilt. Während der erste noch relativ interessant beginnt, nimmt die Spannung während des 2. Und ein Teil des dritten Teils deutlich ab. Es geschehen zwar noch einige Dinge und man lernt die Vergangenheit besser kennen, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Handlung ein bisschen vor sich hindümpelt. Das letzte Drittel ist dann wieder deutlich besser und kann auch mit interessanten Plot Twists aufwarten, durchhalten lohnt sich also. Positiv ist auch die Liebesgeschichte, die sich angenehm im Hintergrund hält. Mir persönlich hat sie zwar nicht ganz so gefallen, da ich den Love Interest nicht so sympathisch fand und Esta viel lieber mit einem anderen Charakter geshippt hätte, aber das ist eine reine persönliche Geschmackssache und kann nicht als Kritik gewertet werden.

 

 

in Kampf der Magier zwischen Gaslaternen und Theaterbühnen. Der letzte Magier von Manhattan entführt den Leser in ein magisches New York der Jahrhundertwende und kann mit dichter Atmosphäre und sich in dieser Kulisse hervorragend einfügenden Charakteren, überzeugen. Lediglich ein zäher Mittelteil trübt etwas den Lesespaß, insgesamt macht das Buch aber Lust auf mehr.