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Buchinfo

One (Bastei Lübbe) || Orig. Smoke in the Sun || 2/2 || 432 Seiten
Et.: 28.06.2019 || Übersetzerin: Martina M. Oepping || 978-3-8466-0088-7
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(Verlagstext, Achtung: 2. Band: Spoilergefahr)
Nachdem der Schwarze Clan aufgeflogen ist und Okami gefangen genommen wurde, hat Mariko keine Wahl mehr. Sie muss Prinz Raiden und ihrem Bruder nach Inako folgen und sich als Braut des Prinzen den Gefahren und Intrigen stellen, die am Hof auf sie lauern. Von nun an sind Klugheit und Umsicht ihre Waffen. Damit will sie die Ränkeschmiede aufdecken und für Gerechtigkeit sorgen. Doch hinter jedem Geheimnis verbirgt sich ein weiteres. Werden Mariko und Okami aus diesem Lügennetz entkommen?

Naja. Wirklich gefallen tut mir keins der beiden Cover. Ich kann absolut nicht verstehen, warum man im Original das Konzept des Covers des ersten Bandes über den Haufen geworfen hat, um dieses lila zusammengeklatschte Monster zu erschaffen. Das Deutsche ist Dasselbe, wie vom Vorgänger, nur gespiegelt und blau eingefärbt, ziemlich einfallslos also. Immerhin ist das Blau besser als das Quietschrosa vom ersten Band, zur Geschichte passen tut es aber immer noch null und einen Preis für Kreativität gewinnt es ganz bestimmt auch nicht.

(Achtung: Dies ist eine Rezension zu einer Reihenfortsetzung. Ich versuche Spoiler zu Vorgängerbände zu vermeiden, kann aber nicht garantieren, dass es mir immer vollständig gelingt.)   

Schon seit Zorn und Morgenröte, zählt Renée Ahdieh zu meinen Lieblingsautoren. Ich freute mich daher ihre zweite Dilogie mit diesem Band abschließen zu können.

Ich liebe die Dialoge

Der erste Band dieser Dilogie endete ja mit einem Wumms: Der schwarze Clan wird versprengt, Okami gefangen genommen und Mariko  muss nun wieder die Rolle der folgsamen Verlobten spielen und versucht gleichzeitig die Machtspiele des Palastes zu verstehen.
Da dieses Buch vornehmlich im Palast spielt, kann man sich schon denken, dass es etwas weniger actionreich zugeht, als beim Vorgänger. Stattdessen haben wir das intrigante Leben am Hofe und Mariko, die versucht, sich allein mit ihrem Verstand in dieser giftigen Umgebung zurecht zu finden und noch dazu Okami zu befreien.

Das etwas ruhigere Tempo wird von manchen Rezensenten kritisiert, mir hat es jedoch nichts ausgemacht, was vor allem daran lag, dass die Autorin, wie ich finde, stiltechnisch, im Vergleich zum Vorgänger, wieder einen Sprung nach vorne gemacht hat. Der Stil wirkt poetischer und märchenhafter und das hat mir sehr gut gefallen. Selbstverständlich können sie, wie immer bei Ahdieh, auch die Dialoge wieder sehen lassen. Mariko und Okami haben nicht oft die Gelegenheit zu reden, dennoch kann auch dieses Buch wieder mit gewitzten Schlagabtausche aufwarten.

Und da war es auch schon vorbei

Wofür ich jedoch einen Punkt abziehe, ist das Ende. Das kam mir nämlich dann doch zu schnell. Gut gefallen hat mir die Entwicklung eines gewissen Prinzen, jedoch bleiben noch ein paar Fragen offen und das finde ich sehr schade, da es ja nun mal der Abschluss der Reihe ist. So wird z.B was hinter dem Pakt den Okami und Tsuneoki mit einem Dämon schließen nur angeschnitten und auch die Konsequenzen (dass sie keine Kinder haben dürfen) wird am Ende gar nicht mehr thematisiert, obwohl das für Mariko ja schon wichtig sein dürfte. Da hätte ich mir einfach noch ein bisschen mehr Ausführlichkeit zum Abschluss gewünscht.

Der zweite Band ist ruhiger und mehr von den Intrigen am Hof geprägt,a ls der Vorgänger, dank des besseren und poetischen Stils, hat es mich aber gut unterhalten. Zum Ende hätte das Buch sich aber noch etwas mehr Zeit lassen können.