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Buchinfo

Carlsen || Orig. Glass Sword || 2/4 || 576 Seiten
Et.: 01.07.16 || Übersetzerin: Birgit Schmitz || 978-3-551-58327-7
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(Verlagstext, Achtung Band 2: Spoiler!)
Citra Terranova hat ihre Ausbildung zur Scythe abgeschlossen. Zusammen mit ihrer Mentorin Scythe Curie geht sie als Scythe Anastasia ihrer schweren Verantwortung nach. Doch im Scytetum braut sich etwas zusammen. Die neue Ordnung, die Scythe Goddard ins Leben rief und die das Töten feiert, immer mehr Zulauf. Während Rowan ebendiese skrupellosen Skythe jagt, müssen auch Anastasia und Curie auf ihre Art kämpfen. Können sie das Scytetum retten oder wird es von der neuen Ordnung zerrissen werden?

Beide Cover bleiben ihrer Linie treu, weswegen ich mich nur wiederholen kann. Das Mädchengesicht auf dem Jugendbuch ist ausgelutscht wie eh und je, der Sieg geht deutlich an das Original, wobei ich mir hier im Vergleich zum ersten Band doch etwas mehr Varietät im Motiv gewünscht hätte, das titelgebende gläserne Schwert zum Beispiel.

(Achtung: Dies ist eine Rezension zu einer Reihenfortsetzung. Ich versuche Spoiler zu Vorgängerbände zu vermeiden, kann aber nicht garantieren, dass es mir immer vollständig gelingt.)  
Nachdem ich im September den ersten Band dieser Tetralogie gelesen hatte, freute ich mich nun, diese Reihe weiterlesen zu können.

Von der Prinzessin zur Gejagten

Das Buch setzt nahtlos an seinen Vorgänger an. Mare und Cal sind nur mit knapper Not und der Hilfe der Rebellen entkommen und nun zusammen mit diesen auf der Flucht. Statt höfische Intrigen heißt es also in Band zwei: Flucht, Kampf und Rebellion, wodurch eine deutlich andere Atmosphäre als beim Vorgänger entsteht und wir als Leser einen tieferen Einblick in die scharlachrote Garde bekommen. Schnell zeigt sich, auch hier ist bei weitem nicht alles perfekt und zwischen den Idealen und der letztendlichen Ausführung liegen, wie so oft, Welten.

Durch das veränderte Setting, dürfen wir in Band zwei auch mehr Action erleben, wobei sich solcherart Szenen in einem gesunden Verhältnis zu ruhigeren Passagen verhalten. Ich hatte viel Spaß daran Mare mit ihren Kräften in Aktion zu erleben. Ich finde immer noch, dass sie eine der besten “Badass” Fähigkeit in der YA Buchlandschaft hat und habe mich über jeden Einsatz gefreut.

Mehr Raum für die Charakterentfaltung

Trotz der bereits erwähnten zahlreichen Aktionszenen, passiert handlungstechnisch gar nicht mal so viel in diesem zweiten Band. So schlecht ist dies aber gar nicht, denn die Autorin nutzt ihre Seiten stattdessen, um Mares Charakterentwicklung voranzutreiben. Diese hat mir auch außerordentlich gut gefallen. Mare ist menschlich, sie ist keine strahlende Heldin, sondern eine junge  Frau mit Ecken und Kanten, die auch mal Fehler macht. Sie zweifelt, wird zornig, trifft auch falsche Entscheidungen, gleichzeitig reflektiert sie auch ihr Handeln, weswegen sie für eine YA Protagonistin erstaunliche Tiefe hat.
 
Ein bisschen vermisst habe ich diese Tiefe bei den Entwicklungen der anderen Charaktere, insbesondere Cal. Die Ansätze sind da, keine Frage, aber oft ging es mir nicht weit genug, sind Gefühle, Gedanken und Motivationen bez. deren Veränderungen doch zu oberflächlich geschildert. Dies trifft auch auf die Liebesgeschichte zu, der Sprung zwischen “Ich kann dir kaum in die Augen sehen” und “Ach schei*** drauf” war mir zu abrupt und es fehlten für mich einfach die großen Gefühle, die mein Herz zum Schmelzen bringen. Vielleicht tut sich da aber noch was in den Nachfolgern, ich hoffe es zumindest.
 

Eine gelungene Fortsetzung, die sich insbesondere mit der Charakterentwicklung ihrer Protagonistin auseinandersetzt und ihr dadurch mehr Tiefe verleiht. Bei den restlichen Charakteren und der Love-Story ist aber noch Luft nach oben.

Booknator: 4/5
Oceanlove: 5/5
Sarah liest: 3,5/5
Easy Peasy Books
Bücherhummel: 4/5