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Buchinfo

DTV || Orig. A Court of Thorns and Roses || 1/7 || 480 Seiten
Et.: 10.02.17 || Übersetzerin: Alexandra Ernst || 978-3-423-76163-5
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Die junge Freye kämpft Tag für Tag ums Überleben, denn ihre Familie droht zu verhungern. Jeden Tag wagt sie sich in den Wald, der gefährlich nah an der Grenze zu dem sagenumwobenem Land der grausamen Fae liegt. Als sie einen Wolf tötet, der sich als ebensolcher Fae herausstellt, zwingt ein uralter Vertrag zwischen Fae und Menschen Feyre ihre Schuld einzubüßen und sie wird nach Prythian, dem Reich der Fae entführt, wo sie von nun an den Rest ihres Lebens verbringen soll: Mitten unter diesen Wesen, die laut Legenden Menschen nur zum Spaß tötet …

Unentschieden. Das Original sieht ähnlich wie Throne of Glass mehr Badass mäßig aus, auch wenn mir die Kleidung nicht so ganz passend für Feyre erscheint, da sie doch eher mit einem anderen Kleidungsstil beschrieben wird. Super aussehen sieht das Cover aber allemal ^^. Das Deutsche Cover wirkt ruhiger und verträumter. Was ich hie klasse finde: Der Schutzumschlag besteht aus einer durchsichtiger Folie, auf dem Titel, Blumen und Ranken aufgedruckt sind. Nimmt man ihn ab hat man nur noch Feyre und den rosa Hintergrund. Coole Idee und mal was anderes ♥

Von meinem Gefühl her sind die Bücher von Sarah J. Maas sprich Throne of Glass und A Court of Thrones and Roses die meist gehypten Bücher seid den Zeiten von Twilight. (Hach ja das waren noch Zeiten als Vampire und keine Feen den Buchmarkt überschwemmten *Oma Stimme aus*) Besonders im englischsprachigen Bloggernetzwerk kommt man gefühlt keine 10 Meter weit, ohne auf eine der beiden Reihen zu treffen. Die Frage, die nun wohl jedem unter den Nägeln brennt, ist: Ist der Hype gerechtfertigt?

Im Reich der Fae

Das Buch ist an sich wirklich gut. Besonders gut gefallen hat mir vor allem das Worldbuilding. Die verschiedenen Fae-Höfe klingen super interessant und ich hätte am liebsten noch viel, viel mehr über die anderen Höfe, als den Frühlingshof erfahren, aber da kann man ja auf die Folgebände hoffen. So oder so schlägt einen Prythian schnell in seinen Bann, was den Einstieg in das Buch sehr erleichtert und die Neugierde beim Leser hochhält.
Auch die Charaktere waren mir größtenteils sympathisch. Ich mochte Feyres reiferes Auftreten oder Luciens Schalkhaftigkeit. Auch die etwas zähere Passage im Mittelteil, den einige Rezensenten beklagen, störte mich kaum. Denn dadurch, dass sich die Beziehung zwischen Feyre und Tamlin in einem langsameren Tempo entwickelt, wirkt sie auf, zumindest für Jugendbuchverhältnisse, glaubhafter und das ist mir 100-mal lieber als diese „Unsterbliche Liebe auf den ersten Blick“ Nummern. Tamlin selbst wirkt noch immer etwas undurchsichtig und unnahbar, dennoch hatte ich den Eindruck, dass er sich auf seine Art ehrlich um Feyre bemüht und das hat mir gefallen. Diese kleinen, aber feinen Entwicklungen zwischen ihm und Feyre waren es, die die erste Hälfte des Buches getragen haben.
 
Und dann kommt der Bruch und auch wenn mich das langsamere Tempo der ersten Hälfte nicht so sehr störte, muss ich zugeben, dass die zweite Hälfte des Buches in Bezug auf die Handlung noch deutlich besser ist. Der Plot nimmt an Fahrt auf und das letzte Drittel ist so richtig nervenaufreibend, das habe ich geradezu verschlungen. Auch die Atmosphäre des Buches ändert sich deutlich. War es vorher eher ruhiger und meinem Empfinden nach, trotz einiger Gefahren nicht ernsthaft bedrohlich, wird es nun deutlich düsterer und auch gewaltvoller. Schwebten zuvor die anderen Fae eher als vage Bedrohung am Horizont, weit entfernt und leicht zu vergessen, bilden sie nun eine echte Gefahr für Feyre was die Intensität des Romans sprunghaft anhebt und die letzten Seiten nur so fliegen lasen.

 

Gerechtfertigter Hype: Jein

Und doch, auch wenn mir viele einzelne Punkte gefallen haben, so ganz konnte mich das Gesamtpaket trotzdem nicht überzeugen. Ich weiß nicht, ob ich zu alt für Jugendbücher werde, oder ob mich die schiere Masse die ich bisher in diesem Genre gelesen habe leichter die typischen Muster erkennen lassen, so oder so,  manche Stellen in dem Buch kamen mir furchtbar stereotypisch bez. zu vorhersehbar vor.
Besonders Rhysand fand ich einfach nur Klischee und langweilig. Der dunkle mega sexy Badboy Dunkelelf, der die Prota drangsaliert aber insgeheim doch einen weichen Kern hat. Gähn! Am meisten stört mich dabei das sich anbahnende Liebesdreieck. Ich hasse Liebesdreiecke! Ich habe schlimme Befürchtungen was in der Hinsicht die Folgebände angeht. Trotzdem bin ich neugierig wie es weiter geht.

Aber auch hier bezieht sich das vor allem auf die erste Hälfte des Buches. Wieder ist der Teil unter dem Berg da wesentlich besser und hat einige Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen.

Trotz einiger Stereotype kann ich gut und gern behaupten, dass Das Reich der sieben Höfe: Dornen und Rosen ein lesenswerter Reihenauftakt in eine faszinierende Welt, mit sympathischen Charakteren ist. Wenn man nicht mit absurd hohen Erwartungen aufgrund des Hypes an dieses Buch rangeht, kann es gut unterhalten, trotz Genreklischees.