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Buchinfo

Sauerländer || Orig. The Girl Who Drank the Moon || Einzelband || 464 Seiten
Et.: 22.02.18 || Übersetzerinnen: Sandra Knuffinke, Jessica Komina || 978-3-7335-0418-2
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(Verlagstext)
Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt.
Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie.
Das weiß jeder.

Diese Geschichte erzählt von einer Hexe, von der alle glauben, sie sei böse, einem kleinen Mädchen, das die Hexe bezaubert, einem Sumpfmonster, das Gedichte liebt, von einem wahrhaft winzigen Drachen und einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Hexe zu töten.

Jedes Jahr lassen die Bürger des Protektorats ihr jüngstes Kind im Wald zurück – als Opfergabe zum Schutz vor der bösen Hexe. Jedes Jahr rettet die Hexe die ausgesetzten Kinder, denn sie ist überhaupt nicht böse. Dieses Jahr jedoch ist alles anders: Die Hexe gibt dem ausgesetzten kleinen Mädchen aus Versehen Mondlicht zu trinken. Und Mondlicht ist pure Magie! Und so wächst in dem Mädchen große Macht heran …

Zum Glück, brauche ich euch heute keinen Vergleich zeigen, denn das wunderschöne Originalcover wurde übernommen. Ich liebe das Cover ♥ Das war auch der Grund, warum das Buch überhaupt auf meinem Radar gelandet ist, wo Kinderbücher eigentlich nicht mein Beuteschema sind. Aber bei einem so hübschen Cover musste ich es mir näher anschauen. Ich liebe ja auch die kleinen Details, wie z.B. die Regenbogenflügel des kleinen Drachen.

Wie ich gerade schon meinte. Normalerweise sind Kinderbücher nicht so mein Fall. Für mich selbst sind die meisten Bücher mit Empfehlungen unter 14 nicht fordernd genug und Kinder zum Vorlesen/gemeinsamen lesen habe ich nicht. Und doch reizte mich etwas an diesem Buch sofort, sodass ich es doch damit probieren wollte. Und diese Entscheidung bereue ich im Nachhinein nicht.

Magisch und Fantasievoll

Gleich das erste, was einem beim Lesen dieses Buches auffällt, ist der Stil. Schon der Klapptext lässt es erahnen: Er orientiert sich vom Ausdruck her an die typische Art Märchen zu erzählen. Im Gegensatz zu einem Märchen ist dieses Buch allerdings deutlich umfangreicher, man muss diesen Stil also schon mögen und ich kann mir vorstellen, dass dies nicht jedem zusagen wird. Ich selbst fand aber gerade das großartig. Der märchenhafte Stil erzeugte für mich eine einnehmende und magische Atmosphäre, die den Zauber der Geschichte bestens unterstützte.
Und das die Geschichte zauberhaft ist, kann man ohne weiteres sagen. Die Autorin beweist hier wirklich allerhand Kreativität und Individualität. Ihre Figuren sind nicht nur magisch, nein, sie sind auch sehr eigen und heben sich damit deutlich von anderen Büchern ab. Ob es nun das Sumpfmonster mit der Vorliebe für Lyrik oder der winzige Drache,  der denkt er sei monströs groß ist, alle Figuren haben etwas sehr Spezielles und sind dabei aber auch absolut liebenswert.

Aber auch in der Handlung zeigt Kelly Barnhill, dass es ihr nicht an Ideen mangelt. Die Magie, die sie schildert, mag zwar nicht so komplex sein, wie in den großen Fantasy-Epen, aber das braucht es für ein Buch dieser Altersklasse auch nun wirklich nicht. Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin die Magie in diesem Buch in vielen Facetten zu zeigen, was zu einigen sehr unterhaltsamen Situationen geführt hat.

Eine Palette an Emotionen

Ein Punkt, der mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat, ist die Palette an Emotionen. Wir haben friedliche und sehr lustige Momente, aber auch Szenen, die von Schwermut und Traurigkeit geprägt sind. Das finde ich gerade für ein Kinderbuch sehr schön, denn ich finde es wichtig Kindern zu zeigen, dass jede Emotion in Ordnung ist, dass es ok ist auch mal traurig oder wütend zu sein. Wer schon früh lernt, seine Gefühle anzunehmen, wird später ein viel ausgeglichenerer Mensch und Geschichten, wie diese, die eine Fülle an Gefühlen vermitteln helfen dabei.
Auch gesellschaftliche Themen, wie Machtmissbrauch, Unterdrückung und die Manipulation des Volkes seitens der Herrschenden, werden aufgegriffen, bleiben aber in einem leicht verständlichen und kindgerechten Rahmen.

Letztendlich war es nur ein kleiner Hänger in der Mitte des Buches, in dem das Tempo für meinen Geschmack zu sehr abnahm, der mich davon abhielt, die volle Punktzahl zu vergeben.

Eine wirklich magische, fantasievolle und märchenhafte Geschichte, die zu verzaubern weiß und gleichzeitig eine vielfältige Palette an Gefühlen verarbeitet. Nur ein kleiner langsame Hänger in der Mitte trübt das Lesevergnügen etwas, trotzdem kann ich das Buch uneingeschränkt Jung und Alt empfehlen.