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Buchinfo

Eisele || Orig. Circe || Einzelband || 528 Seiten
Et.: 30.08.19 || Übersetzerin: Frauke Brodd || 978-3-96161-095-2
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(Verlagstext, aufgrund von Spoiler gekürzt)
Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder … ein fairer Deal, oder?

Mir gefällt das Originalcover besser. Ich mag diesen alten Zeitungslook, nur frage ich mich warum es da links so abgeschnitten ausschaut? 🤨 Das deutsche Cover ist auch nicht schlecht, passt für mich aber trotz Zug nicht so ganz zur Stimmung des Buches. Auch wird Jonathan im Buch deutlich anders beschrieben, als er hier abgbildet ist.

Zirkuswelt meets Tim Burton, so oder so ähnlich könnte wohl die Werbung auf einem Filmplakat lauten, sollte „Seelenfänger“ jemals verfilmt werden. Das wäre definitiv was für Tim Burton, denn dass Buch ist skurril, vermischt mit schwarzen Humor und dennoch mit etwas Düsternis und Melancholie (Wäre ein Super Film). Leider konnte es mich nicht so ganz mitreißen und ich bin mir nicht mal ganz sicher warum.
 

Johannes Cabal: Seelenfänger wider willen

An den Figuren liegt es schon mal nicht, denn die sind voller Charme und Persönlichkeit. Als ersten hätten wir natürlich Johannes Cabal. Ein steifer, ergebnisorientierter und ziemlich humorloser Mann. Das war er auch schon, bevor er seine Seele verkauft hatte. Ohne Seele lebt sich es aber leider nicht so gut. Daher fordert Cabal kurzerhand den Satan höchstpersönlich auf, sie wieder rauszurücken. Dass der die aber nicht so leicht wieder hergeben möchte, ist klar. Also einigt man sich auf eine Wette: Cabal hat ein Jahr Zeit 100 Seelen einen all inclusive Platz in der Hölle zu sichern. Schön bürokratisch mit Verträgen, versteht sich. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, ist sein einziges Hilfsmittel ausgerechnet ein Jahrmarkt. Da ist es nur logisch, dass Cabal, der von Entertainment ungefähr so viel versteht wie ein Toast von Algebra, etwas zusätzliche Hilfe benötigt. Die erhält er von seinem Bruder Horst, der im Gegensatz zu Cabal ein frohmütiger, geselliger Typ ist (dessen Ersteindruck zugegeben durch den altbackenen Namen doch etwas zunichtegemacht wird). Dazu reiht sich noch allerhand skurriles Personal, aus dem Blut des Satans erschaffen. Wie die beiden etwas beschränkten Zombies Dennis und Denzil oder Mr. Bones, der so heißt, weil Cabal aus versehen bei dessen Erschaffung das Fett vergessen hat. Insgesamt sorgt diese Mischung immer wieder für spritzige Dialoge voller Schlagfertigkeit.
 
Ich glaube der Punkt, der mir das zügige Lesen so schwer gemacht hat ist, dass es an manchen Stellen etwas zu skurril wird. Oft beginnt ein Kapitel völlig unverhofft aus einer fremden Sicht und ohne so rechten Zusammenhang zur Haupthandlung. Zwar werden sie irgendwann wieder dorthin hingeführt, aber bis dahin, war ich oft nur verwirrt, da ich einfach nicht wusste, was der Autor von mir wollte. Dementsprechend, gab es einige Passagen, die sich gezogen haben wir Kaugummi. Auch die Wendungen zum Ende hin, konnten mich dann leider nicht mehr so ganz hochreißen.

Seelenfänger ist definitiv mal was anderes und hat tolle Figuren. Allerdings war es mir an manchen Stellenschon etwas zu verwirrend und abgedreht. Als Film wäre der Stoff aber sicher klasse.