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Buchinfo

Dotbooks || 1/6 || 172 Seiten || Et.: 25.09.130 || 9783955203924
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(Verlagstext)
Venedig im 18. Jahrhundert. Jan Stolnik führt ein rastloses Leben. Niemand ahnt, welches Geheimnis er hütet: Jan ist ein Drache, gefangen im Körper eines Menschen – dazu verdammt, ewig zu leben, ohne jemals seine Flügel entfalten zu können. Der Besuch der Lagunenstadt soll ihn für einige Zeit von seinem Schicksal ablenken. In den engen Gassen und prachtvollen Palazzi hört er immer wieder einen Namen: La Fiametta. Schon nach ihrer ersten Begegnung weiß Jan, dass die Sängerin mit der verführerischen Stimme und dem kapriziösen Wesen keine gewöhnliche Sterbliche ist. Er verliebt sich unsterblich in das schillernde Geschöpf – und erkennt rasch, dass Gefühle zum Fluch werden können …

Das Cover gefällt mir ziemlich gut. Zwar bin ich kein Fan der Farbe (irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes) aber ich mag es wie unten ein Palazzo, wie er in Venedig stehen könnte abgebildet ist. Auch der Drache und der Phönix, die ineinander verschlungen sind, sehen klasse aus.

Auf der Suche nach einem passenden Buch für die Drachen Lesenest Challenge stieß ich auf Drache und Phönix. Besonders der Phönix als Fabeltier, was nicht so häufig vorkommt reizte mich und dann spielte es auch noch im historischen Venedig? Da kann doch gar nichts schiefgehen, dachte ich mir. Tja weit gefehlt.

 

Venedig im 18. Jahrhundert

Fangen wir mit dem (einzig) Guten an: dem Schauplatz. Die Autorin schildert Venedig detailliert und anschaulich und haucht der Lagunenstadt Leben ein. Man merkt schnell, dass sie offenbar schon dort war, denn die vielen Straßen und Plätze sind all namentlich genannt und genau beschrieben.

Zu dieser detailgetreuen Wiedergab des historischen Settings kommt eine der Zeit angepassten Sprache. Hier wäre ein Glossar mit historischen Begriffen sehr hilfreich gewesen, denn die Autorin macht sich nicht die Mühe Begriffe wie Messer (nicht das Besteck, sondern ein Anrede) innerhalb der Geschichte zu erklären. Zwar ergibt sich vieles aus dem Kontext, dennoch wäre ich für ein Glossar dankbar gewesen. Zudem wirkt es an manchen Stellen gestellt und gezwungen altertümlich. Umso lustiger oder lächerlicher, je nachdem, wird es, wenn dann zwischen den ganzen hochtrabenden Worten plötzlich in Pornosprache gewechselt wird und ständig die Rede von Jans Schwanz ist. Das ist nämlich, entgegen meiner Vermutung beim Lesen des Klapptextes, das Hauptthema.

 

Wozu eine Handlung, wenn man die Seiten mit Sexszenen füllen kann?

Ich hatte mich auf eine romantische Liebesgeschichte eingestellt. Als es dann zum ersten Mal intimer wurde war ich dementsprechend überrascht. „Nun gut,“ dachte ich mir „dann wird’s halt prickelnder als erwartet.“. Wer diesen Blog verfolgt weiß, dass ich durchaus für erotische Romantasy zu haben bin, allerdings sollte es dennoch darüber hinaus eine Handlung geben. In Drache und Phönix ist die Handlung aber nur eine lästige Nebensache um Jans Bettgeschichten ins rechte Licht zu rücken.  Und die betreffenden Szenen sind noch nicht mal gut gemacht, da prickelte null Komma gar nichts. Jan schläft sich durch Venedig, wenn er seine Lust nicht gerade durch das Verbrennen der eigenen Hände befriedigt und darüber hinaus passiert kaum etwas, bez. werden die wenigen spannenden Stellen schnell wieder abgebrochen um die nächste intime Szene einzuleiten.
Als wäre das nicht schon öde genug, sind viele Ereignisse ziemlich verworren und oft hatte ich das Gefühl, dass mir Infos fehlen. So scheint die Existenz verschiedener magischer Wesen offenbar allgemein bekannt zu sein, oder auch nicht, so ganz sicher bin ich mir nicht. Während der Schauplatz Venedig, wie bereits erwähnt überaus wortreich geschildert wird, bleibt alles andere, inklusive Charakteren und Hintergründe blass und detailarm.

Mehr ein billiger Erotikabklatsch, als ein interessantes Buch. Venedig wurde toll geschildert, alles andere blieb aber blass und langweilig. Ich habe das Buch nur dank der wenigen Seiten komplett durchgelesen.

Ab 16 aufgrund von expliziten Sexszenen