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Hallo ihr Lieben
Ihr kennt das sicher auch: ihr habt ein Buch begonnen, aber der Bringer ist es nicht. Gleichzeitig ist es auch nicht so schlecht, dass man eine ordentliche Kritik schreiben kann. Kurzum es sind Niemandsland Bücher, über die man kaum etwas sagen kann. Auch bei mir sammeln sich solche Bücher an. Meist habe ich sie nach weniger, als der Hälfte abgebrochen, weswegen ich dazu keine ganzen Rezensionen schreiben kann. Stattdessen gibt es jetzt diesen Sammelpost an Kurzrezis.

Schwein gehabt, Zeus von Paul Shipton

Wie ungerecht! Alle reden von Homer, Odysseus und Troja – aber niemand von Gryllus, dem sprechenden Schwein. Dabei wäre die altgriechische Geschichte anders verlaufen, wäre Gryllus den verzweifelten Göttern nicht rettend zu Hilfe geeilt.
 







Dieses Buch klang so vielversprechend. Griechische Mythologie, ein sprechendes Schwein und ganz viel Witz, das waren die Dinge, auf die ich mich gefreut habe. Leider hat mich das Buch so gar nicht amüsiert. Das fing schon beim Protagonisten Gryllus an. Der ist nämlich nicht wirklich lustig, sondern narzisstisch, egozentrisch und schnodderig. Er ist entweder damit beschäftigt sich selbst zu loben, oder sich selbst zu bemitleiden und zu nörgeln. Dabei wiederholt er sich pausenlos, weswegen ich ihn schon nach den ersten 30 Seiten am liebsten selbst auf den Grill geschmissen hätte.Die sogenannten Witze sind plump und wirken sehr gezwungen. Die Handlung war auch nicht besser, total konfus und selbst für ein Fantasy Buch unlogisch, dabei gleichzeitig auch sehr zäh, was schon paradox ist. Ebenso hat es mir missfallen, das es in der Antike spielt, aber Fritten, Kebab und Kernschmelzen eine Rolle spielen.

Bin mal kurz tot von Lance Rubin

Wie alle anderen auch kennt der 17-jährige Denton seinen genauen Todestag. In der Zeit davor, der Todeswoche, tun die Menschen traditionell alles, was sie schon immer tun wollten. Am Tag vor seinem Tod erwacht Denton aber im Bett eines Mädchens, das definitiv nicht seine Freundin ist, die ihn irgendwie letzte Nacht verlassen haben muss. Das kann er kurz vor seiner Beerdigungszeremonie am Nachmittag eigentlich nicht gebrauchen. Auf welche Weise Denton den Tod finden wird, das weiß er noch nicht. Ein mysteriöser Fleck auf seiner Haut gibt jedoch einen ersten Hinweis. Doch dann taucht ein merkwürdiger Fremder auf seiner Beerdigung auf und erzählt allerhand Dinge, die Dentons bevorstehendes Ableben in ein ganz neues Licht rücken. Etwas stimmt hier nicht. Doch kann er noch herausfinden, was?




Die Grundidee dieses Buches, dass jeder schon sein Sterbedatum weiß, fand ich sehr interessant, weswegen ich zu diesem Buch griff. Ich erhoffte mir, dass hier auch (natürlich jugendgerecht) einige Kontroverse und Zwiespälte behandelt werden, denn die Idee bietet ja allerhand Material dafür. Leider war das Buch so langweilig, dass, sollte solche Konflikte noch auftauchen, ich nicht bis dahin durchgehalten habe. Das ganze liest sich nämlich wie eine billige Teenie-Komödie mit Liebesdrama, Seitensprung und Partys inklusive. Dafür hatte ich einfach keinen Nerv.

Das Camp von Nick Cutter

Ein Mann strandet auf einer einsamen Insel vor der kanadischen Küste. Er ist ausgemergelt, dünn, wirkt mehr tot als lebendig. Und er hat Hunger – einen unstillbaren, schmerzhaften Hunger. Auf der Insel findet er eine Scouttruppe vor. Die Scouts merken schnell: Der Fremde ist krank, todkrank. Egal, wie viel er isst: sein Körper fällt mehr und mehr in sich zusammen. Und dann sehen sie, dass sich etwas unter seiner Bauchdecke bewegt. Während die Scouts überlegen, was zu tun ist, bemerkt ihr Leiter, dass ihn plötzlich ein nie gekannter Hunger quält …






Hier haben wir ein weiteres Buch, bei dem ich nicht sagen kann, ob noch was Spannendes kam, da ich vor Langeweile bereits halb Hirntot war. Dieses Buch versinkt in Rückblenden! Es vergehen keine zwei Seiten in denen nicht ein Protagonist von irgendetwas an irgendwas aus der Vergangenheit erinnert wird. Jeder vorbeifliegende Fussel löst umfassende Rückblenden aus und als Leser ist man schon weggepennt, ehe irgendwas von dem eigentlichen Horror passiert. Auch dass es der Autor maßlos mit den Metaphern übertreibt, förderte nicht gerade meinen Lesespaß.

Fire & Frost: Vom Eis berührt von Elly Blake

Ruby lebt in ständiger Gefahr, denn sie besitzt die Gabe, mit Feuer zu heilen und zu zerstören. Und Firebloods wie sie werden von der Frostblood-Elite des Königreichs gnadenlos gejagt. Als die königlichen Soldaten Ruby aufspüren, wird sie ausgerechnet von dem jungen Frostblood-Krieger Arcus gerettet. Kälte und Eis sind seine Waffen, doch er braucht Rubys Feuer, um eine Rebellion gegen den verhassten König anzuzetteln. Ruby weiß, dass sie einem Frostblood nicht vertrauen sollte, doch jede Berührung zwischen ihnen knistert wie eine Flamme im Schneesturm. Sie ahnt nicht, welch dunkles Geheimnis sich hinter seiner eisigen Fassade verbirgt …





Fire & Frost ist ein Buch, das mir vielleicht (allerdings ein großes Vielleicht) gefallen hätte, wenn ich es so 10 Jahre früher gelesen hätte. Es ist ein absolutes 0815 Jugendfantasybuch nach dem Schema Mädchen hat gefährliche Kräfte, Mädchen trifft Jungen der erst gemein zu ihr ist, doch dann verlieben sie sich und Mädchen muss einen bösen König stürzen. Gähn, gefühlt alles schon xfach gelesen, weswegen bei mir null Spannung aufkam, da es furchtbar vorhersehbar war. Die Autorin wird auch nicht müde sämtliche Genreklischees hervorzukramen, so z.B. die Fixierung der Protagonistin auf die Augenfarbe ihres Love Interest, “Das Training”, oder die Devise, was sich liebt das neckt sich (oder in diesem Fall brüllt sich permanent an). Noch dazu fand ich die Sprache, selbst für ein Jugendbuch doch recht plump und den Satzbau sehr vereinfacht.