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Buchinfo

Festa || Orig. The Great Zoo of China || Einzelband || 480 Seiten
Et.: 18.08.17 || Übersetzer: Manfred Sanders || 978-3-86552-562-8
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(Verlagstext)  Nach 40 Jahren enthüllt die chinesische Regierung ihre unglaubliche Entdeckung.
Die Reptilien-Expertin CJ Cameron wird nach China eingeladen. Sie soll den größten Zoo, der jemals gebaut wurde, begutachten. Und sie darf sie mit eigenen Augen sehen: gewaltige, Feuer speiende Drachen. Es gibt diese Fabelwesen wirklich. Die Gastgeber versichern, dass sie vollkommen sicher ist und nichts schiefgehen kann …

Mir gefallen beide Cover sehr gut. Das deutsche Cover brennt sich wortwörtlich ein und wirkt passenderweise wild und ungezähmt. Das Original ist da subtiler, aber keineswegs schlechter, das Symbol passt zum Zoo, gleichzeitig verrät der Drachenschwanz schon worum es geht. Daher gibt es hier ein unentschieden von mir.

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, wie ich auf dieses Buch kam. Alles was ich noch weiß ist, dass ich, sobald ich es entdeckte, unbedingt lesen wollte. Ich liebe Jurassic Park und ich liebe Drachen, was kann da schon schiefgehen?

Der Drachenzoo von China

Die Handlung dieses Buches ist schnell erzählt. China will den USA auch im Entertainment und Kulturbereich die Vorreiterrolle streitig machen und Disneyland Konkurrenz machen. Also wird im geheimen der größte Zoo der Welt aus dem Boden gestampft, seine einmalige Attraktion: Drachen! Und alles ist natürlich gaaanz sicher, versprochen 😉
An der Seite der Journalistin und Reptilexpertin Cj, ihrem Bruder, sowie weiteren amerikanischen Journalisten erkunden wir als Leser zunächst den Zoo und erfahren, wie China die Drachen entdeckte. Diese ersten hundert Seiten haben mir sehr gut gefallen. Der Autor beschreibt die Kulisse anschaulich und bildhaft, verliert sich jedoch nie in nebensächlichen Details. Beim Lesen konnte ich den gewaltigen Zoo bildhaft vor Augen sehen (zugegeben, vielleicht mit ein paar Jurassic Park/World Einflüssen xD).
Ebenso gut gefallen hat mir die Erklärung, die der Autor für Drachen liefert. Seine Lösung dafür woher die Drachen kommen, warum sie nur sporadisch gesehen wurden etc. ist alles in allem sehr schlüssig und glaubhaft. 

 

Bumm, Bumm, Pow , Peng

Unsere Journalisten besichtigen also den Superzoo. Doch mitten in der Tour werden sie plötzlich von Drachen angegriffen und das Desaster beginnt und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ab diesen Zeitpunkt stürzt das Buch schneller eine Abwärtsspirale hinab, als ein Drache im Sturzflug fliegen kann.
Das größte Problem ist Protagonistin CJ. Diese ehemalige Wissenschaftlerin ist nämlich der reinste Terminator. Überlebt alles und jeden, hat immer in der letzten Sekunde die passende Idee und wenn sie verletzt wird, wird’s schnell genäht und gut ist. Schmerzen kenn sie keine. Klar dies ist ein Actionbuch und Actionhelden sind immer “unkaputtbar” aber Matthew Reilly treibt es bis zur Lächerlichkeit. Ein Beispiel: Terminator CJ befindet sich auf einem 150m hohen Aussichtsturm in dem Drachen eingedrungen sind und sie bedrohen. Der  Fluchtweg ist abgeschnitten. Was macht sie? Sie schnappt sich so einen Staubsauger, den man auf den Rücken schnallen kann und setzt ihn auf, bindet das Stromkabel irgendwo fest und springt dann wie ein Bungee Sprung vom Turm. Das Stromkabel hält natürlich den Aufprall aus und CJ pendelt ganz cool wie Tarzan zu einem sichern Punkt. Ja, ist klar.
 
Bei diesen albernen Stunts hätte man ja vielleicht noch beide Augen zudrücken können, wenn die Handlung wenigstens spannend gewesen wäre, trotz all der Action war sie das aber ganz und gar nicht, was daran lag, dass alles nach demselben Muster verlief: Drache greift an, Nahtod Situation, Cj hat die rettende Idee und Flucht. Zehn Meter weiter, das Ganze wieder von vorn. Angriff, Nahtod, Rettung, Flucht und so geht es immer weiter. Die Gruppe kommt kaum voran, da ja alle drei Furz dieses Schema abgezogen werden muss. Als Leser stumpft man da total ab, zumal ja man weiß, dass Terminator CJ sowieso in letzter Sekunde die passende Idee hat und das Spiel gleich wieder von vorne beginnt. Schnarch! Ich habe mich schon ab der Hälfte des Buches furchtbar gelangweilt.

Das Buch beginnt vielversprechend und die Hintergrundgeschichte der Drachen ist sehr gut und glaubhaft gelungen. Doch mit dem ersten Drachenangriff wird das Buch einfach nur noch grottig mit einer übermächtigen Heldin, die die albernsten Stunts vollführt und eine Handlung, die außer Bumm, Bumm, Peng nichts bietet und nur eine schier endlose Aneinanderreihung des exakt selben Schemas ist.