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Buchinfo

Heyne || Orig.Departure || Einzelband || 432 Seiten
Et.: 09.05.16 || Übersetzer: Marcel Häussler || 978-3-453-43851-4
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(Verlagstext)
Flug 305, auf dem Weg von London nach New York (Inhaltlicher Fehler: Der Flug geht von New York nach London). Plötzlich fallen alle Systeme aus, das Flugzeug stürzt ab. Für die Passagiere ist diese Katastrophe erst der Anfang – denn die Welt ist nicht mehr die, die sie kennen. Als die Überlebenden auf ein Hologramm von Stonehenge stoßen, wird ihnen klar, dass sie weit in die Zukunft geschleudert worden sind – auf eine anscheinend entvölkerte Erde. Doch fünf von ihnen sind auserwählt, die Menschheit zu retten – oder sie zu vernichten

Wenn das nicht ein und das selbe Buch wäre könnte man meinen die Beiden sind Teil einer Reihe, nicht wahr? Die deutschen Grafiker haben sich da wirklich Mühe gegeben Farbpalette, Stimmung und Komposition des Originalcovers zu kopieren. Da frage ich mich, warum man nicht gleich das Original übernommen hat? Vielleicht Lizenzprobleme, naja, jedenfalls gefällt mir das Englische vom Licht und der Atmosphäre her etwas besser. Und was sollen diese Trümmer beim deutschen Cover sein? Sieht mir eher nach dem Stargate aus, als ein Flugzeug. Weiterer Punkt für das Original, wo man schön das in zwei Teile zerbrochene Flugzeug sieht, wie es im Buch auch vorkommt.

Mal ein überraschender Ausflug in das Science-Fiction Genre für mich. Aber wie ich immer wieder feststelle, lohnt es sich öfters mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Departure war in der Hinsicht ein Volltreffer.
 

Postapokalypse meets Sci-Fi

Der Klapptext hatte mich sofort angesprochen. Ein tragischer Flugzeugabsturz, Überlebende, die sich in einer Extremsituation wiederfinden und noch dazu eine Zeitreise. Ich mag ja auch Katastrophen und Postapokalyptische Romane, da muss noch nicht mal was Übernatürliches oder Mystisches wie Zeitreisen, Zombies oder Ähnliches dabei sein. Die Zeitreise war also für mich noch das Sahnehäubchen.
Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil dreht sich alles um den Flugzeugabsturz und dem Kampf der Überlebenden um Schutz, Wärme, Nahrung und vor allem Orientierung. Zunächst wird vermutet, dass man in einer äußerst abgelegenen Gegend von England gestrandet ist, doch als die Rettungskräfte nicht auftauchen und sämtliche Handys kein Netz haben, wird schnell klar: Hier stimmt was nicht. Durch Erkundungen kommen sie dem Unglaublichen auf die Spur: Sie sind in die Zukunft katapultiert worden. Ab da beginnt der zweite Teil und es geht rasant weiter. Das Buch ist sehr spannend, durch die immer neuen Fragen die aufkommen: Warum sind sie in der Zukunft? Was ist der Menschheit Schreckliches passiert? Und und und.
 

Gelungene Charaktere

Getragen wird das Buch von 5 Hauptcharakteren. Zwei von Ihnen, nämlich die mutige, aber unschlüssige Biografin Harper Lane und der führungsstarke Nick Stone erzählen in wechselnden Perspektiven die Geschichte. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch. Besonders Harper hat einen trockenen Humor, was das Ganze bei all der Dramatik und der Action wieder aufgelockert hat. Auch die sich anbahnende Liebesstory fand ich gut gesetzt und nicht zu übertrieben. Sie ist vorhanden, lenkt aber nicht vom Kern der Geschichte ab.
 
Was Einige wahrscheinlich als langweilig empfinden könnten, sind die mitunter schon sehr fachspezifischen und in die Quantenphysik gehenden Erklärungen. Mich störten sie nicht und ich hab auch alles gut verstanden, obwohl ich nie die hellste Leuchte in Physik war. Mir ist so was lieber, als fadenscheinige Ansätze bei denen einem von den ganzen Zeitreise-Paradoxen schwindelig wird. Am Besten fand ich die Art, wie das Buch endet. Endlich mal wieder ein Buch, dass ein für sich perfektes Ende findet. Das ist selten. Das Ende ist ausgewogen, befriedigend, ohne kitschig zu sein. Es lässt einen das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zuklappen.

Departure ist ein rundum zufrieden stellendes Buch das spannend und ab den zweiten Teil auch recht achtiongeladen ist. In der Mitte hängt es durch den Erklärpart minimal, aber das stört kaum.