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Buchinfo

dtv Junior || Orig. Het Kindertransport || Einzelband || 184 Seiten
Et.: 23.09.16 || Übersetzerin: Bettina Bach || 978-3-423-76154-3
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(Verlagstext)
Die 13-jährige Marit erbt von ihrer Oma Johanna das geheimnisvolle Medaillon, das diese niemals aus der Hand gegeben hatte. Als Marit das Schmuckstück neugierig öffnet, sieht sie darin eingraviert rätselhafte hebräische Schriftzeichen. Und dann entdeckt sie in einem alten Karton unzählige Postkarten, die Johanna im Laufe ihres Lebens an unterschiedliche Kinder geschrieben haben muss. Nach und nach kommt Marit einem lang gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur, das sie zurück in die Zeit des Holocaust führt.

Also ein richtiges Highlight ist ja keins der beiden Cover. Trotzdem geht der Sieg deutlich ans deutsche Cover, denn hier ist die Aufmachung eigentlich ganz hübsch und ich mag den Eindruck einer Postkarte, was Bezug auf die Handlung nimmt. Das Mädchengesicht ist aber völlig deplatziert. Zudem ist das Model auch wirklich zu alt, um eine zwölfjährige darzustellen. Das Mädchen auf dem Original kommt dem schon näher, im Gesamten sieht es aber aus wie in fünf Minuten vom Praktikanten zusammen geklatscht.

Dieses Buch gelangte durch Zufall und einem Wanderpaket in meine Hände. Es ist nicht mein erstes Buch, dass sich mit dem Thema Holocaust beschäftigt, daher war ich gespannt, wie es dieses sensible Thema verarbeiten würde.
 

Das Thema Holocaust kindgerecht aufgearbeitet

Wer in Deutschland aufwächst, wird irgendwann zwangsläufig mit Deutschlands Nazi Vergangenheit und dem Holocaust konfrontiert werden und das ist auch richtig und gut so, denn nur wer sich erinnert und versteht, übernimmt bereitwillig die Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass sowas nie wieder passiert und stellt sich aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist also sehr wichtig, trotzdem mag man Kinder und jüngere Teenager nicht gleich brutal schocken. Für diesen Fall ist Das Buch der 1269 Wünsche ein guter Einstieg.
 
Aus Spoilergründen mag ich gar nicht so viel auf die Handlung eingehen. Es ist eine solide Geschichte, die die Spannung durch Rätsel und Geheimnisse aufrecht hält. Erwachsene haben diese sehr schnell raus, ich denke aber 10-14-jährige, denen ich dieses Buch empfehlen würde, haben da mehr Spaß am Geheimnis lüften. Was dem Buch sehr gut gelingt, ist die Gratwanderung zwischen der wahrheitsgetreuen Darstellung des Holocaust und die jungen Leser nicht zu sehr zu schockieren. Das Buch verharmlost nichts, die Themen Tod und Verfolgung werden offen angesprochen, allerdings in einer subtilen Art. Das Buch regt zum Nachdenken an und ich kann mir vorstellen, dass Kinder bez. Jugendliche nach dem Leser noch einige Fragen haben, ich würde daher Eltern, Geschwister, Großeltern etc. empfehlen, das Buch mit dem Kind gemeinsam zu lesen. 
 
Den einen Punkt Abzug gibt es für die Rahmenhandlung, denn diese bleibt leider auch für ein Kinderbuch recht flach. Die Charaktere sind nur oberflächlich charakterisiert, da hätten ein paar mehr Seiten, um in die Tiefe gehen zu können, dem Buch gutgetan.

Das Buch der 1269 Wünsche ist ein gutes Buch, um in die Thematik Holocaust einzusteigen. Es verharmlost nichts, bleibt aber trotzdem zu jeder Zeit kindgerecht und überfordert nicht.  Für Erwachsene und jene, die sich schon viel mit dem Holocaust beschäftigt haben ist das Buch eher weniger was, da es dann sehr vorhersehbar ist und keine wirkliche Spannung aufkommt, aber die Zielgruppe, sind ja Jugendliche und als Einstieg, ist es, wie gesagt, sehr zu empfehlen.

 SL Leselust